LEISTUNGSVERZEICHNIS

Version: 0.6 / 10.2019

BLUTBILD

Blutbild
Methode: Optische Messung / Durchflusszytometrie
Material: 3 ml EDTA-Blut
Präanalytik: EDTA-Monovette nach der Abnahme durch Schwenken gründlich mischen und bei Raumtemperatur lagern. Abholung am Tag der Blutentnahme, spätestens binnen 24 Stunden.
Referenzbereiche (>= 18 Jahre):

Referenzbereiche für Kinder: siehe Befundbericht

Indikation: Anämien, Infektionen, Intoxikationen, Kollagenosen, Leukämien und andere hämatologische Systemerkrankungen, maligne Tumoren, Kontrolle von Therapien (Bestrahlung, Chemotherapie), Ermittlung der Leukozyten und Lymphozytenzahl zur Berechnung der absoluten Lymphozyten-subpopulationen mittels Durchflusszytometrie.
Durchführung: täglich

LYMPHOZYTEN-DIFFERENZIERUNG (Immunstatus)

Immunphänotypisierung von Lymphozyten
Methode: Durchflusszytometrie
Material: 7 ml EDTA-Blut (Lagerung bei 20-25°C)
Präanalytik: EDTA-Monovette nach der Abnahme durch Schwenken gründlich mischen und bei Raumtemperatur lagern.
Abholung am Tag der Blutentnahme, spätestens binnen 24 Stunden. Zur Ermittlung der quantitativen Zellpopulationen ist die gleichzeitige Bestimmung der Leukozyten erforderlich (s. Blutbild).
Referenzbereich
Indikation: Unser Hauptanwendungsgebiet ist die Bestimmung bzw. Charakterisierung von Lymphozytensubpopulationen zur Verlaufs- und Therapiekontrolle einer HIV-Infektion.
Ein Immunstatus beinhaltet T-Lymphozyten, T-Helferzellen, Zytotoxische T-Zellen, B-Lymphozyten und Natürliche Killerzellen. Ergänzende Analysen beinhalten beispielsweise Aktivierungsmarker. Weiterhin ist die Bestimmung u. a. indiziert bei Tumorerkrankungen, Autoimmunerkrankungen, lymphoproliferativen Erkrankungen.
Durchführung: täglich

HIV (HUMANES IMMUNDEFIZIENZ –VIRUS):

HIV-1/2 Suchtest (Anti-HIV 1/2 und p24-Antigen)
Methode: ECLIA (ElectroChemiLumineszenzImmunoAssay)
Material: 1 ml Serum (Lagerung bis zur Abholung bei 4°C)
Referenzbereich: negativ
Indikation: Verdacht auf eine HIV Infektion
Erregermeldung: Positive bestätigte Ergebnisse werden durch das Untersuchungslabor anonym an das Robert Koch Institut gemeldet.
Inkubationszeit: HIV-Antikörper lassen sich in der Regel 4-5 Wochen nach dem Infektionsrisiko nachweisen.
In manchen Fällen kommt es zur verzögerten Antikörperbildung.
HIV-Antigene sind 1 bis 3 Wochen vor der Serokonversion nachweisbar.
Sensitivster Marker ist die HIV Viruslastbestimmung.
Hinweis: ein positiver Befund muss immer durch einen Bestätigungstest (HIV PCR oder Western Blot) überprüft werden.
Durchführung: täglich.
HIV-1 Viruslastbestimmung (quantitative HIV-PCR)
Methode: quantitative real-time PCR
Material: 7 ml EDTA-Blut oder 3ml EDTA-Plasma
Separate Röhrchen nur für diese Bestimmung.
Präanalytik: EDTA-Blut: Lagerung bei Raumtemperatur. Abholung am Tag der Blutentnahme, spätestens binnen 24 Stunden.
EDTA-Plasma: zentrifugieren und einfrieren
Messbereich: 40 – 10.000.000 Kopien/ml
Indikation: Überwachung der Krankheitsprogression oder Therapieüberwachung  bei HIV-Infektion
Behandlungsziel: Langanhaltende Senkung der Viruslast unter die Nachweisgrenze von 50 Kopien/ml
Häufigkeit der Viruslastbestimmung: Kontrollmessungen alle drei bis vier Monate.
Kürzere Abstände bei Behandlungsentscheidungen.
Durchführung: täglich
HIV-2 Viruslastbestimmung* (quantitative HIV-PCR)
Methode: quantitative Real-time PCR
Material: 7ml EDTA-Blut oder 3 ml EDTA-Plasma
Präanalytik: EDTA-Blut: Lagerung bei Raumtemperatur. Abholung am Tag der Blutentnahme, spätestens binnen 24 Stunden.
Separate Röhrchen nur für diese Bestimmung.
Messbereich: 100 – 1.000.000 Kopien/ml
Indikation: Überwachung der Krankheitsprogression oder Therapieüberwachung bei HIV-2 Infektion
Behandlungsziel: Langanhaltende Senkung der Viruslast unter die Nachweisgrenze
Häufigkeit der Viruslastbestimmung: Kontrollmessungen alle drei bis vier Monate.
Kürzere Abstände bei Behandlungsentscheidungen.
Durchführung: bei Bedarf (*)
HIV-1 genotypische Resistenzbestimmung bei nachweisbarerViruslast aus EDTA-Plasma
Methode: RT-PCR, Sequenzierung n. Sanger o. wahlweise Ultra-Deep-Sequenzierung (NGS)
Material: 7 ml EDTA-Blut oder 3 ml EDTA-Plasma.
Separate Röhrchen nur für diese Bestimmung.
Minimale Viruslast: 100 HIV-1 RNA Kopien/ml
Präanalytik: EDTA-Blut: Lagerung bei RT.
Abholung am Tag der Blutentnahme, spätestens binnen 24 Stunden.
EDTA-Plasma: zentrifugieren und einfrieren
Genbereiche:

Protease und Reverse Transkriptase, Integrase, gp41, V3-loop im gp120

Indikation: Detektion resistenzrelevanter Mutationen zur Therapieoptimierung
Behandlungziel: Langanhaltende Senkung der Viruslast unter die Nachweisgrenze von 50 Kopien/ml
Anforderung: bei Bekanntwerden der Infektion oder vor initialem Therapiebeginn, nach Therpieversagen. Mit speziellem Anforderungsschein.
Durchführung: ein bis zweimal wöchentlich
Formular: Siehe Menüpunkt: Formulare
Genotypische HIV-Tropismusanalyse bei nachweisbarer Viruslast aus EDTA-Plasma
Methode: Sanger-Sequenzierung. o. wahlweise Ultra-Deep-Sequenzierung (NGS)
Material: 7 ml EDTA-Blut oder 3 ml EDTA-Plasma.
Separate Röhrchen nur für diese Bestimmung.
Präanalytik: EDTA-Blut: Lagerung bei Raumtemperatur.
Abholung am Tag der Blutentnahme, spätestens binnen 24 Stunden.
EDTA-Plasma: zentrifugieren und einfrieren
Messbereich: gp120 V3-loop
Indikation: Bestimmung des Tropismus (CCR5, CXC-R4)
Behandlungsziel: Langanhaltende Suppression der Viruslast
Anforderung: zeitnah vor Therapiebeginn oder bei Therapieversagen
Durchführung: Ein- bis zweimal wöchentlich
Formular: Siehe Menüpunkt: Formulare
Genotypische HIV-Resistenz- oder Tropismusanalyse aus proviraler DNA (PBMCs)
Methode: Sanger-Sequenzierung
Material: 7 ml EDTA-Blut (KEIN EDTA-Plasma!).
Separate Röhrchen nur für diese Bestimmung
Präanalytik: EDTA-Blut: Lagerung bei Raumtemperatur.
Abholung am Tag der Blutentnahme, spätestens binnen 24 Stunden
Messbereich: entspricht dem Bereich der viralen Messung
Indikation: Bestimmung der Resistenz oder des Tropismus
Behandlungsziel: Langanhaltende Suppress-ion der Viruslast
Anforderung: zeitnah vor Therapiebeginn oder bei Therapieversagen
Durchführung: Ein- bis zweimal wöchentlich
Formular: Siehe Menüpunkt: Formulare

HEPATITIS A VIRUS:

HAV-Antikörper (Anti HAV)
Methode: ECLIA (ElectroChemiLumineszenzImmunoAssay)
Material: 1 ml Serum (Lagerung bis zur Abholung bei 4°C)
Referenzbereich: negativ
Indikation: Verdacht auf eine akute Hepatitis A oder
Überprüfung des Impfschutzes nach einer Hepatitis A Impfung
Erregermeldung: Für die akute Hepatitis A besteht nach IfSG eine Meldepflicht
Inkubationszeit: Anti-HAV-Antikörper sind in der Regel nach 12 – 40 Tage nachweisbar.
Hinweis: Bei einem positivem Anti-HAV (IgM/IgG gesamt) Suchtest sollte der Verdacht auf eine Akutinfektion durch die Bestimmung des HAV-IgM bestätigt werden. IgM- Antikörper verschwinden i. A. nach drei bis sechs Monaten, während IgG Antikörper meist lebenslang persistieren und eine Immunität anzeigen
Durchführung: wöchentlich
HAV RNA Nachweis* (qualitative HAV-PCR)
Methode: PCR
Material: 7 ml EDTA-Blut oder 3ml EDTA-Plasma. Separate Röhrchen nur für diese Bestimmung oder Stuhlröhrchen
Präanalytik: EDTA-Blut: Lagerung bei RT. Abholung am Tag der Blutentnahme, spätestens binnen 24 Stunden. EDTA-Plasma zentrifugieren und einfrieren
Messbereich: negativ
Indikation: Verdacht auf eine akute Hepatitis A
Erregermeldung: Für die akute Hepatitis A besteht nach IfSG eine Meldepflicht
Durchführung: nach Bedarf (*)

HEPATITIS B VIRUS:

Anti HBc lgM und lgG
Methode: ECLIA (ElectroChemiLumineszenzImmunoAssay)
Material: 1 ml Serum (Lagerung bis zur Abholung bei 4°C)
Referenzbereich: negativ
Indikation: Verdacht auf eine frische, chronische oder ausgeheilte Hepatitis B Infektion
Erregermeldung: s. anti HBc lgM
Inkubationszeit: Nachweis frühestens eine Woche nach Übertragung
Hinweis: langjährige (bis lebenslange) Persistenz.
Durchführung: wöchentlich
Anti-HBc IgM*
Methode: ECLIA (ElectroChemiLumineszenzImmunoAssay)
Material: 1 ml Serum (Lagerung bis zur Abholung bei 4°C)
Referenzbereich: negativ
Indikation: Verdacht auf eine akute Hepatitis B Infektion (*)
Erregermeldung: Dem Gesundheitsamt wird gemäß §7 Abs.1Nr.20IfSG der direkte oder indirekte Nachweis von Hepatitis-B-Virus, soweit er auf eine akute Infektion hinweist, namentlich gemeldet.
Inkubationszeit: Der Nachweis von HBc-IgM-AK spricht in der Regel für eine kürzliche HBV-Infektion <6 Monate.
Bei einer akuten HBV-Infektion sind hohe HBc-IgM-Titer zu erwarten. Persistenz bis zu 12 Monaten.
Hinweis: Persistenz bis zu 12 Monaten. In geringerer Konzentration können HBc-IgM-AK auch bei Exazerbation einer chronischen HBV-Infektion auftreten.
Durchführung: wöchentlich
Anti-HBe*
Methode: ECLIA (ElectroChemiLumineszenzImmunoAssay)
Material: 1 ml Serum (Lagerung bis zur Abholung bei 4°C)
Referenzbereich: negativ
Indikation: Infektionsstatus bei HBV-Infektion, Verlaufskontrolle bei HBV-Infektion
Hinweis: Wenn Anti-HBe nicht innerhalb von 6 Monaten nach einer Infektion im Blut nachweisbar ist, deutet dies auf einen chronischen Verlauf der Infektion hin. Die HBe-Serokonversion stellt ein Zielkriterium der antiviralen Therapie dar. Achtung: Bei Infektion mit seltenen HBV-Escape-Mutanten kann kein Anti-HBe gebildet werden.
Durchführung: wöchentlich(*)
Anti-HBs
Methode: ECLIA (ElectroChemiLumineszenzImmunoAssay)
Material: 1 ml Serum (Lagerung bis zur Abholung bei 4°C)
Referenzbereich: negativ
Indikation: Durchgemachte HBV-Infektion, Impfstatus
Hinweis: zusammen mit Anti-HBc Parameter für eine immunologische Kontrolle ohne vorhandenes Anti-HBc meist Parameter für den Impfschutz. Beginnende Immunität nach einer Impfung liegt bei einem Messwert von >10 IU/ml vor.> 100 U/ml  => Impfschutz vorhanden

< 100 U/ml  => Auffrischung empfohlen

Durchführung: wöchentlich
HBs-Antigen* (qualitativ)*
Methode: ECLIA (ElectroChemiLumineszenzImmunoAssay)
Material: 1 ml Serum (Lagerung bis zur Abholung bei 4°C)
Referenzbereich: negativ
Indikation: Akute oder chronische HBV-Infektion, Mutterschaftsvorsorge
Erregermeldung: Dem Gesundheitsamt wird gemäß §7 Abs.1Nr.20IfSG der direkte oder indirekte Nachweis eines Hepatitis-B-Virus, soweit er auf eine akute Infektion hinweist, namentlich gemeldet
Inkubationszeit: Nachweis etwa 1-10 Wochen nach Übertragung. Frühester diagnostischer Marker
Hinweis: Bei Persistenz > 6 Monate liegt eine chronische Infektion vor Der Verlust von HBs-Antigen spricht in Verbindung mit dem Auftreten von HBs- AK für eine ausgeheilte (immunologisch kontrollierte) Infektion.

Zur Beurteilung der Virusaktivität sowie hinsichtlich der Therapieindikation ist die Untersuchung auf HBV-DNA zu empfehlen. 5-10 % der HBV-Infektionen sind HBs-Antigen negativ!

Durchführung: wöchentlich(*)
HBe-Antigen*
Methode: ECLIA (ElectroChemiLumineszenzImmunoAssay)
Material: 1 ml Serum (Lagerung bis zur Abholung bei 4°C)
Referenzbereich: negativ
Indikation: Infektionsstatus bei HBV-Infektion, Verlaufskontrolle bei HBV-Infektion, Therapiemonitoring, Therapieprognose
Inkubationszeit: Nachweis etwa 1-10 Wochen nach Übertragung.
Hinweis: HBe-Antigen weist in der Regel auf eine hohe Virusreplikation hin.

Fehlendes HBe-Antigen schließt jedoch eine hohe Replikationsrate nicht aus (Präcore-Mutation).

Achtung: Bei Infektion mit seltenen HBV-Escape-Mutanten kann kein HBe-Antigen nachgewiesen werden.

 Durchführung: wöchentlich(*)
HBV Viruslastbestimmung (quantitative HBV-PCR)
Methode: quantitative Real-time PCR
Material: 7 ml EDTA-Blut oder 3ml EDTA-Plasma. Separate Röhrchen nur für diese Bestimmung
Präanalytik: EDTA-Blut: Lagerung bei RT. Abholung am Tag der Blutentnahme, spätestens binnen 24 Stunden.
EDTA-Plasma zentrifugieren und einfrieren
Referenzbereich: negativ
Messbereich: 10 – 1.000.000.000 IU/ml
Indikation: Differentialdiagnose akute oder ausgeheilte Hepatitis B; Therapiemarker
Erregermeldung: Dem Gesundheitsamt wird gemäß §7 Abs.1Nr.20IfSG der direkte oder indirekte Nachweis von Hepatitis-B-Virus, soweit er auf eine akute Infektion hinweist, namentlich gemeldet. Diagnosemeldung erfolgt durch den behandelnden Arzt.
Behandlungsziel: Serokonversion oder langanhaltende Suppression der Viruslast.
Hinweis: Viruslastbestimmung: bei positivem Antikörpernachweis, vor Beginn einer Therapie, 4 und 12 Wochen nach Therapiebeginn und anschließend in 3 Monatsabständen bis zur etwaigen langanhaltenden Serokonversion.
Durchführung: wöchentlich
HBV genotypische Resistenzbestimmung
Methode: PCR, Sequenzierung nach Sanger
Material: 7 ml EDTA-Blut oder 3 ml EDTA-Plasma.
Minimale Viruslast: 300 HBV-DNA IU/ml.
Separate Röhrchen nur für diese Bestimmung.
Präanalytik: EDTA-Blut: Lagerung bei RT. Abholung am Tag der Blutentnahme, spätestens binnen 24 Stunden.
EDTA-Plasma: zentrifugieren und einfrieren.
Genbereich: Polymerase
Indikation: Detektion resistenzrelevanter Mutationen zur Therapieoptimierung
Behandlungsziel: Langanhaltende Senkung der Viruslast unter die Nachweisgrenze von 10 IU/ml
Hinweis: Anforderung: nach Therapieversagen, bei Verdacht auf primärresistenten Viren. Die genotypische Resistenzbestimmung bei HBV ist zurzeit keine GKV-Leistung. Antrag auf Kostenübernahme bei der KK erforderlich!
Durchführung: auf Anfrage
HBV Genotypisierung
Methode: Realtime PCR
Material: 7 ml EDTA-Blut oder 3ml EDTA-Plasma.
Minimale Viruslast: 300 HBV-DNA IU/ml.
Separate Röhrchen nur für diese Bestimmung.
Präanalytik: EDTA-Blut: Lagerung bei RT. Abholung am Tag der Blutentnahme, spätestens binnen 24 Stunden. EDTA-Plasma: zentrifugieren und einfrieren.
Messbereich: Polymerasegen
Indikation: Bestimmung des Genotyp von Hepatitis B (A, B,C, D, …
Behandlungsziel: Langanhaltende Suppression der Viruslast, Serokonversion
Hinweis: Anforderung: vor Therapiebeginn (insbesondere mit Interferon).
Die Genotypisierung bei HBV ist zurzeit keine GKV-Leistung.
Antrag auf Kostenübernahme bei der KK erforderlich!
Durchführung: auf Anfrage

HEPATITIS D VIRUS:

HDV-Antikörper (Anti HDV)*
Methode: ECLIA (ElectroChemiLumineszenzImmunoAssay)
Material: 1 ml Serum  (Lagerung bis zur Abholung bei 4°C)
Referenzbereich: negativ
Indikation: bei jeder Hepatitis-B-Neudiagnose, bei bisher fehlender Testung bei bekannter HBV-Infektion sowie bei Exazerbation einer chronischen Hepatitis B.

Verdacht auf eine Infektion mit Hepatitis D

Erregermeldung: namentliche Labor-Meldepflicht gem. IfSG bei direktem und indirektem Erregernachweis!
Hinweis: Beim Hepatitis-D-Virus handelt es sich um ein defektes Virus: Für die Produktion infektiöser Viruspartikel ist das Hepatitis-B-Virus-Hüllprotein (HBs-Antigen) erforderlich, so dass eine HDV-Infektion ausschließlich in Verbindung mit einer HBV-Infektion vorkommt. Ein positiver Anti-HDV-Antikörper Befund muss immer durch einen Bestätigungstest (Direktnachweis über HDV-RNA) überprüft werden.

Der direkte Erregernachweis erlaubt eine Differenzierung zwischen aktiver und ausgeheilter HDV-Infektion.

Bei negativem Virusnachweis sollte gegebenenfalls die Untersuchung im Abstand von 3-6 Monaten untersucht werden.

Durchführung: wöchentlich(*)

HEPATITIS C VIRUS:

HCV-Antikörper Nachweis
Methode: ECLIA (ElectroChemiLumineszenzImmunoAssay)
Material: 1 ml Serum  (Lagerung bis zur Abholung bei 4°C)
Referenzbereich: negativ
Indikation: akute, chronische oder früher abgelaufene Infektion
Erregermeldung: Positive bestätigte Erstbefunde werden durch das Untersuchungslabor an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet.
Inkubationszeit: HCV-Antikörper werden in der Regel 6 – 9 Wochen, in seltenen Fällen erst 6 Monaten nach der Infektion nachweisbar.
Hinweis: Ein positiver Befund muss immer durch einen Bestätigungstest (Direktnachweis über HCV-RNA) überprüft werden. Der direkte Erregernachweis erlaubt eine Differenzierung zwischen aktiver und ausgeheilter HCV-Infektion. Bei negativem Virusnachweis sollte gegebenenfalls die Untersuchung im Abstand von 3-6 Monaten untersucht werden. Der Ausschluss einer vertikalen Transmission erfolgt mittels HCV-PCR.
Durchführung: 2-3 wöchentlich
HCV Viruslastbestimmung (quantitative HCV-PCR)
Methode: quantitative Real-time PCR
Material: 7 ml EDTA-Blut oder 3ml EDTA-Plasma.

Separate Röhrchen nur für diese Bestimmung.

Präanalytik: EDTA-Blut, Lagerung bei RT.
Abholung am Tag der Blutentnahme, spätestens binnen 24 Stunden.
EDTA-Plasma zentrifugieren und einfrieren.
Referenzbereich: negativ
Messbereich: 12 – 100.000.000 IU/ml (Umrechnungsfaktor: 1 IU ≈ 2,6 Kopien/ml)
Indikation: Differentialdiagnose akute oder ausgeheilte Hepatitis C; aktive HCV, Therapiemarker, neonatale Infektion
Erregermeldung: namentliche Meldung durch das Labor an das Gesundheitsamt, wenn keine chronische Infektion bekannt ist.
Die Diagnosemeldung erfolgt durch den behandelnden Arzt.
Inkubationszeit: HCV-RNA lässt sich in der Regel 4 Wochen nach dem Infektionsrisiko nachweisen.
Hinweis: Behandlungsziel: keine nachweisbare HCV-RNA (Eradikation). Deshalb sollte die HCV RNA Quantifikation vor Therapiebeginn, unter Therapie und bei Therapieende durchgeführt werden. Von einer Heilung ist auszugehen, wenn drei Monate nach Therapieende keine HCV-RNA mehr nachweisbar ist. Bei serologischem Nachweis einer HCV-Infektion und negativer HCV-PCR sollte aufgrund der Möglichkeit einer diskontinuierlichen Replikationsaktivität eine Kontrolluntersuchung nach 6-12 Monaten durchgeführt werden.
Durchführung: täglich
HCV Genotypisierung
Methode: UDS
Material: 7 ml EDTA-Blut oder 3ml EDTA-Plasma.
Nachweisbare Viruslast!
Separate Röhrchen nur für diese Bestimmung.
Präanalytik: EDTA-Blut: Lagerung bei RT.
Abholung am Tag der Blutentnahme, spätestens binnen 24 Stunden.
EDTA-Plasma: zentrifugieren und einfrieren.
Messbereich: 5’UT
Indikation: Bestimmung des Genotyp von Hepatitis C (1a, 1b, 2, 3, 4, 5, 6)
Behandlungsziel: Heilung. Die HCV-Geno-typisierung spielt eine wichtige Rolle bei der Therapieplanung (Therapiedesign, Therapiedauer).
Hinweis: Anforderung: vor Therapiebeginn. Bei Verdacht auf Reinfektion.
Durchführung: wöchentlich
HCV genotypische Resistenzbestimmung
Methode: PCR, Sequenzierung nach Sanger
Material: 7 ml EDTA-Blut oder 3 ml EDTA-Plasma.
Minimale Viruslast: 100 HCV-RNA IU/ml.
Separate Röhrchen nur für diese Bestimmung.
Präanalytik: EDTA-Blut: Lagerung bei RT.
Abholung am Tag der Blutentnahme, spätestens binnen 24 Stunden.
EDTA-Plasma: zentrifugieren und einfrieren .
Genbereich: NS3A4, NS5A, NS5B
Indikation: Detektion resistenzrelevanter Mutationen zur Therapieoptimierung
Behandlungsziel: Langanhaltende Senkung der Viruslast unter die Nachweisgrenze von 12 IU/ml mit Ausheilung.
Anforderung: Nach Therapieversagen; bei Verdacht auf primärresistente Viren; mit speziellem Anforderungsschein.
Die genotypische Resistenzbestimmung bei HCV ist zurzeit keine GKV-Leistung
Durchführung: auf Anfrage

Informationen zu anderen Parametern erhalten Sie auf Anfrage
(info@labor-knechten.de)



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