PRÄANALYTIK

Version: 0.1 / 12.2016

 
Allgemeine Hinweise

Zur Präanalytik zählen alle Prozesse vor einer eigentlichen Analyse im Labor, wie z.B. Probengewinnung, Transport der Proben und Probenvorbereitung für die Analyse. 

Da hier viele Faktoren bereits vor der eigentlichen Analyse im Labor das Messergebnis eines Testes beeinflussen können, kann eine unsachgemäße Bearbeitung der Proben unplausible Ergebnisse zur Folge haben. Eine korrekte Handhabung der Proben vor der Analyse ist somit unabdingbar.

Zur Probenentnahme müssen, je nach Untersuchungsart, die empfohlenen Primärröhrchen verwendet werden. Weitere Informationen, welche Röhrchen verwendet werden sollen und wie viel Material für die Untersuchung benötigt wird, finden Sie bei den entsprechenden Untersuchungen  > Leistungsverzeichnis. 

Bei der Blutentnahme ist darauf zu achten, dass das Blutentnahmeröhrchen vollständig befüllt wird. Zu wenig Blut bedeutet zu viel Antikoagulans, was sich auf die Qualität der Probe auswirken kann. Alle Röhrchen mit Zusatzstoffen sind sofort nach der Blutentnahme zu mischen; Die EDTA-Vollblutröhrchen: sollten 10 mal invertiert werden, Serumröhrchen 5 mal. Ungenügendes Mischen der Röhrchen mit Antikoagulans kann zur Bildung von Mikrogerinnsel führen.

Falls Zentrifugationsschritte notwendig sind, sind horizontale Rotoren festen Winkelrotoren vorzuziehen.

Das Probenmaterial wird in ein Sekundärröhrchen pipettiert, wobei eine kleine Restmenge auf dem Blutkuchen übriggelassen werden sollte. Dieser Arbeitsschritt muss bei molekularbiologischen Untersuchungen mit sterilen Einmalpipetten durchgeführt werden.
 

Probenbeschriftung und Überweisungsscheine

Die Identität einer Probe muss zur Bearbeitung eindeutig sein. Dazu muss das Probengefäß mindestens mit Namen und Vornamen gekennzeichnet sein, wobei grundsätzlich ein wasserfester Stift verwendet werden sollte. Zur besseren Lesbarkeit sind Barcodes vorzuziehen.

Der Überweisungsschein von Kassenpatienten muss entsprechend der EBM–Richtlinien ausgefüllt sein.

Bei Anforderungsscheinen von Privat-Versicherten sollten folgende Angaben vorliegen:
Stammdaten des Patienten (Name, Geburtsdatum, Adresse), Einsenderstempel und die angeforderte Laborleistung.

Bei allen Anforderungen sollte das Abnahmedatum mit Uhrzeit enthalten sein. Für die genotypische Resistenz- oder Tropismusanalyse oder der Medikamentenspiegelmessung sollten die zur Verfügung gestellten Anforderungsscheine zusätzlich ausgefüllt werden Diese finden Sie auf der Internetseite Labor Dr. Knechten Menüpunkt: „Formulare“. . > Link

Probentransport
Ein schneller Probentransport ist einer Lagerung vorzuziehen.

Für den Transport per Post müssen die Proben ordnungsgemäß verpackt sein, entsprechend der Vorgaben des Amtes für Arbeitsschutzes. Dazu werden die Probenröhrchen in ein Umröhrchen, in dem sich ein saugfähiges Tuch befindet, gesteckt und anschließend in einer stabilen Box verpackt. Diese Box muss mit „Biologischer Stoff: Kategorie B“ und der Raute mit der Kennung UN 3373 gekennzeichnet sein.

Die Proben können von unserem hauseigenen Transportdienst in Ihrer Praxis abgeholt werden, er sollte am Tag der Blutentnahme bis 10:00 Uhr angefordert werden. Untersuchungsmaterial, das nicht mit unserem regionalen Transportdienst abgeholt werden kann, wird von einem nationalen Transportdienst befördert. Hierzu muss der Transportdienst am Tag vor der Blutentnahme bis 18:00 Uhr angefordert werden.

Beide Transportdienste können unter der Telefonnummer 0241 47097-13 angefordert werden.  Über das Wochenende oder über Feiertagen findet kein Probentransport statt.

Zu den Proben sollen die Anforderungsscheine und Überweisungsscheine gepackt werden.

Falls das Untersuchungsmaterial im gefrorenen Zustand versenden soll, muss sichergestellt, dass ausreichend Trockeneis oder Tiefkühlaggregate dem Material beiliegen.

Untersuchungsmaterial

Serum

Der von den Gerinnungsfaktoren befreite flüssige Anteil des Blutes, der entsteht, wenn geronnenes Blut zentrifugiert wird, bezeichnet man als Serum.

Für die Probengewinnung wird nach Blutabnahme das Vollblutröhrchen zur vollständigen Gerinnung mindestens 30 min stehend gelagert, anschließend wird es für 15min bei 2000g zentrifugiert.. Der Überstand (=Serum) wird z.B. mittels eine Pasteurpipette in ein neutrales Röhrchen (Versandröhrchen) pipettiert.

Serum-Monovetten haben ein Füllungsvolumen von 7,5 oder 9 ml.
Bitte beachten Sie: Die Volumenangaben im Leistungsverzeichnis beziehen sich immer auf das benötigte Serumvolumen. Dies entspricht in etwa nur der Hälfte des Vollblutvolumens.

EDTA-Blut

Wird frisches Vollblut durch Zusatz von beispielsweise EDTA an der Gerinnung gehindert, entsteht kein Koagel. Die Zellen bleiben einzeln im Plasma (=flüssiger Anteil des Blutes) welches noch alle Gerinnungsfaktoren enthält.

Probengewinnung: Blut nach Entnahme durch mehrfaches Kippen des Primärröhrchens mit dem EDTA vermischen. Das Untersuchungsmaterial ist bis zur Abholung bei Raumtemperatur im Dunkeln zu lagern.

Die häufigste Anwendung für EDTA-Blut ist die Beurteilung der Zellen sowohl im herkömmlichen Blutbild maschinell/mikroskopisch als auch in den neueren Methoden der Zelltypisierungen, z. B. im Rahmen einer HIV-Erkrankung. Die Zellen sind in dieser Umgebung nur begrenzt stabil. EDTA-Blut, das älter als 24 Stunden ist, sollte daher nicht mehr für eine Beurteilung der Zellen herangezogen werden. Tieffrieren zerstört die Zellen und macht eine Bestimmung der o. g. Parameter unmöglich.

Für eine Resistenzanalyse oder einer Tropismustestung aus proviraler DNA wird ebenfalls EDTA-Vollblut benötigt. Eine Resistenztestung macht hier Sinn, wenn die Viruslast unter Nachweisgrenze ist.

Falls das Untersuchungsmaterial (EDTA-Vollblut) nicht am Tag der Blutentnahme oder spätestens binnen 24 Stunden nach der Blutentnahme bei uns eintreffen kann, muss es bei dem einsendenden Arzt am Tag der Blutentnahme zentrifugiert werden. Anschließend wird das EDTA-Plasma mittels einer sterilen Pasteurpipette in sterile, dafür vorgesehene Sekundärgefäße (PCR-Tube) überführt und bis zur Abholung tiefgefroren.

EDTA-Plasma

Probengewinnung: Das Blut wird nach Entnahme durch mehrfaches Kippen des Primärröhrchens mit dem EDTA vermischt. Anschließend wird das EDTA-Vollblut 15 Minuten bei 2000g zentrifugiert. Der Überstand (=EDTA-Plasma) wird in ein neutrales Röhrchen (Versandröhrchen) pipettiert. Bei molekulargenetische Untersuchungen (z.B. quantitative HIV-PCR, Resistenzanalyse, etc.) muss jeweils ein eigenes EDTA-Primärröhrchen verwendet werden, das für keine andere Bestimmung vorgesehen ist. Damit wird eine mögliche Kontamination verhindert.

EDTA-Monovetten gibt es in verschiedenen Größen. Sind mehrere Parameter aus EDTA-Plasma angefordert, sollte beachtet werden, dass bei Abnahme von 2,7 ml EDTA-Blut etwa nur 1,3 ml Plasma gewonnen werden können.

Einsendermaterial

Folgende Materialien stellen wir auf Anforderung kostenlos zur Verfügung.

• EDTA-Primärröhrchen (BD Vacutainer)
• Serum-Röhrchen
• PCR-Tubes (molekulargenetische Analysen)
• Transferpipetten
• LDT-Nummernkreise
• Versandbeutel
• Transportkisten
• Sicherheitshüllen für Probengefäße
 

Das Labor koordiniert dabei die Versorgung der Praxen mit den benötigten Versandmaterialien und ist unter der Telefonnummer 0241 47097-13 zu erreichen.

Nachforderungszeitraum
             

Molekularbiologische Parameter

Viruslastmessungen
Quantitative HIV 1-RNA
Quantitative HCV-RNA
Quantitative HBV-DNA

Genotypische Resistenzanalyse
HIV Protease / Reverse Transkiptase
HIV Integrase
HCV NS3A4, NS5A, NS5B
HBV Polymerase

Genotypische Tropismusanalyse
HIV (V3 Region)

Genotypisierung
HCV

Infektionsserologie 

HIV- Ag/Ak
Anti – HAV
Anti – HBc
Anti – HBs
Anti – HCV

Alle weiteren Parameter: auf Anfrage.

Lagerung

EDTA-Plasma
3 Monate
3 Monate
3 Monate

EDTA-Plasma
3 Monate
3 Monate
3 Monate
3 Monate

EDTA-Plasma
3 Monate

EDTA-Plasma
3 Monate

Serum

10 Tage
7 Tage
5 Tage
6 Tage
7 Tage

 

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